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5 Tipps für richtig gute Fotos im Zoo

1. Lass die Zäune verschwinden

Eines der größten Probleme sind bei der Zoofotografie sind die lästigen Zäune in ihren verschiedensten Formen angefangen von dünnen geflochtenen Drähten bis zu dicken Stahlgittern gibt es eine große Bandbreite bei der gilt: Je dünner die Gitterstäbe und je größer die Abstände zum Tier desto weniger sichtbar werden diese bei den Fotos. Doch es gibt auch einige andere Faktoren die man selbst beeinflussen kann:

  1. Je näher die Linse bei dem Zaun und je weiter das Tier davon entfernt desto weniger sichtbar wird dieser z. B. ist man selbst mit der Kamera 2m vom Zaun und das Tier ebenso wird der Zaun sehr gut sichtbar sein. Kommt man jedoch ganz nahe an den Zaun (sofern möglich) und fokussiert auf ein Tier was ca. 20–30m in der Ferne ist, verschwindet der Zaun wesentlich besser. Hat man lange Gegenlichtblenden kann durch deren Abnahme vom Objektiv der Effekt teils noch verstärkt werden, ist aber in der Regel nicht unbedingt erforderlich.

  2. Die Eigenschaften des Kameraequipments:
    1. Brennweite: Je länger die Brennweite, desto weniger Zaun. 50mm = mehr Zaun und 400mm = weniger Zaun.
    2. Blende: Je größer sich die Blende aufmachen lässt, desto weniger Zaun. Je größer die Blende, desto weniger Zaun bei gleicher Brennweite z. B. Blende F2.8 weniger Zaun, Blende F8 und höher oder höher mehr Zaun.
    3. Größe des Kamerasensors: Je größer der Sensor desto weniger Zaun. Also hat man bei der selben Brennweite und selben Blende bei kleinen Sensoren wie z. B. Micro Four Thirds mehr Zaun als bei einer Vollformat Kamera. Hier der Größe nach aufgelistet: Point Micro Four Thirds < APSC < Vollformat < Mittelformat.

Im Grunde ist es jedoch immer eine Kombination aus all diesen Faktoren, so ist es sicherlich mit einer Vollformat Kamera und einem 600mm F4 Objektiv wesentlich einfacher die Sichtbarkeit des Zauns zu minimieren als mit einer Micro Four Thirds Kamera und einem 25mm und der Blende F5.6. Was jetzt nicht heißen muss, dass man unbedingt eine Vollformat Kamera und sehr Lichtstarke Objektive braucht um tolle Zoofotos machen zu können.

2. Komm zur richtigen Zeit in den Zoo

Die schlechteste Zeit für Zoofotografie ist an heißen Sommertagen nach dem Mittagessen. Der Grund ist, dass die meisten Tiere da bereits gefressen haben und sich ihr verdientes Mittagsschläfchen im Schatten gönnen. Besser ist es meist, möglichst früh, also um 9 oder 10 Uhr (je nach Öffnungszeiten) zu kommen, hier sind noch weniger Besucher vor Ort und die Tiere noch aufmerksamer da sie bereits auf Ihr Futter warten.

3. Komm zum idealen „Zoofotografie-Wetter“

Sonne ist schön, jedoch bei den Fotos nicht immer unbedingt hilfreich. Ich habe die besten Erfahrungen mit bewölkten und leicht regnerischen Tagen gemacht. Der Grund ist zum einen, dass bei weniger schönem Wetter weniger Besucher sind und scheue Tiere eher außerhalb ihrer Verstecke zu sehen sind. Zum Anderen ist es bei bewölktem Licht einfacher gute und gleichmäßig belichtet Fotos zu machen als bei knalligem direkten Sonnenlicht. Aktuelle Kamerasensoren sind zwar mittlerweile sehr gut, jedoch haben Sie noch lange nicht den dynamischen Umfang (Bandbreite zwischen den hellsten und dunkelsten Stellen im Bild) wie unsere Augen. Das heißt während unsere Augen bei knallendem Sonnenschein sowohl in den hellsten und dunkelsten Teilen eines Bildausschnittes immer noch Details wahrnehmen verblassen die hellen und „saufen“ einem die dunklen stellen in der Kamera ab. Man sagt ca. während aktuelle (2018) top Kameras wie top Kameras einen Dynamik Umfang von ca. 13–14 Blendenstufen haben, haben unsere Augen ca. 19 Blendenstufen bzw. können die je nach Kontraste angepasst werden. Was jetzt nicht heißt, dass man generell keine guten Fotos bei knalligem direktem Sonnenlicht machen kann sondern nur, dass bei „weichem“ Licht (bewölkt) die Ausbeute der guten Fotos in der Regel höher ist als bei grellem „hartem“ Licht.

4. Die Perspektive macht es aus!

So wie bei allen anderen Bereichen in der Fotografie macht die Perspektive sehr viel aus.

  1. Von Oben: Fotografiert man von oben auf etwas hinunter schaut der Betrachter des Bildes auch von oben auf etwas herab. So kann ein großer eindrucksvoller Sibirischer Tiger schonmal zum kleinen Kätzchen werden wenn man den von einer Erhöhung z. B. 45° oder mehr und mehreren Metern auf ihn „herunter“ fotografiert.

  2. Auf Augenhöhe: Fotografiert man auf Augen/Kamerahöhe so begegnet auch der spätere Betrachter des Bildes dem Tier auf Augenhöhe was einen wesentlichen imposanter ist als der dokumentarische Blick aus der Vogelperspektive. So stellt man eine Echse z. B. wesentlich wirksamer dar, wenn man vor dem Terrarium leicht in die Knie geht und diese so auf Augenhöhe bringt als wenn man einfach nur von oben runter fotografiert.

  3. Von Unten: Fotografiert man von unten nach oben zwingt man auch den späteren Betrachter des Bildes zu dem Tier aufzuschauen, was diese noch einmal wesentlich größer und imposanter erscheinen lässt. Es kommt nicht von ungefähr das man wichtige/mächtige Menschen gerne mit sogenannten „Heroshots“ von unten fotografiert um diese noch mächtiger und eindrucksvoller aussehen zu lassen. In Tierparks hat man diese Möglichkeit leider eher selten aber immer wieder gibt es Gehege die höher angelegt sind und so einen Perspektive von unten ermöglichen. Sollte man also die Wahl haben einen Tiger aus der Vogel- oder Ameisenperspektive zu fotografieren, wäre für ein wirksames Foto ganz klar zweitere Option zu empfehlen.

5. Fokussiere auf die Augen

Bei dem Betrachen eines Bildes wandert der Blick in der Regel als erstes zu den Augen des Tieres. Sind diese unscharf wird, das ganze Bild als unscharf empfunden auch wenn die Schultern oder Ohren perfekt scharf sind. Ist man sehr nahe an einem Tier oder fotografiert mit einer sehr langen Brennweite und es ist aufgrund des Winkels und der aktuellen Blende nicht möglich beide Augen in die Schärfeebene zu bekommen, so fokussiert man immer auf das Auge was näher bei der Kamera ist. Der eine Grund warum man das so macht ist, weil sich die Schärfeebene ausgehend vom Fokuspunkt ca. 1/3 zurück Richtung Kamera und 2/3, vor von der Kamera weg ausdehnt. Der Andere ist, weil das nähere Auge auch das größere im Bild ist und somit als erstes den Blick auf sich zieht.

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